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Probleme mit den Heizungs-Thermostaten


Leider  muß ich auf einen kleinen Konstruktionsfehler etlicher Thermostateinsatz-Hersteller für die CIH-Motoren hinweisen. Viele Fahrzeuge kämpfen schon seit längerer Zeit mit nur langsam warmwerdenden Motoren. Der örtliche Zubehörhändler, aber auch der freundliche OPEL-Händler liefern umgehend Ersatz, und so ein Thermostateinsatz ist schnell gewechselt...wenn nicht gerade die Befestigungsschrauben des Deckels abreißen!

Aber oftmals stellt sich der Erfolg des Wechsels nicht ein...oder die Betriebstemperatur wird noch schlechter erreicht und/oder die Heizungsanlage liefert kaum noch Wärme..und diese auch nur in den kleinen Schaltstufen des Ventilators.

Wie kommt es zu diesem Fehler? Natürlich zweifelt man zunächst an sich selbst...und/oder schiebt dieses auf schlecht entlüftetes System des Heizungskreislaufs.....weit gefehlt! Auch ich selbst hatte schon öfter das Problem, das selbst NEUE Thermostateinsätze nicht funktionierten und habe intensiv nach den Ursachen geforscht, wieso die Wasserhydraulik nicht funktioniert. Denn das die Ursache in der Wasserhydraulik, dem Strömungsverhalten des Kühl-Heizwassers innerhalb des Kühlsystems zu suchen und zu finden ist...wurde durch die seltsamen Wasserbewegungen innerhalb des Ausgleichsbehälters schnell klar.

Weil nämlich die Wasserströmungen vollkommen fehlgeleitet innerhalb des Ausgleichsbehälter auftraten, wurde der Heizungskühler nur unzureichend durchströmt...und die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf war einfach zu GROSS an den Anschlußschläuchen. Eine Folge von zu wenig Wasserdurchfluss. Also zunächst den Heizungskühler geprüft, dieser wies aber kaum strömungstechnischen Widerstand auf, er war NICHT zugesetzt.Auch der Schlauchanschluss am Motor unten-hinten im Bereich des Öldruck-schalters wurde überprüft, der Durchlass war nicht verstopft. Wo also war die Ursache zu finden?...Und nochmal den Thermostateinsatz gegen erneutes Neuteil getauscht, System entlüftet, Probefahrt über 20 Km...keine Verbesserung durch neuen Thermostat!

Natürlich hatte ich die Viskokupplung des Motorventilators bereits geprüft, nun kam es zu einer Probefahrt ganz OHNE Viskolüfter...aber bessere Heizleistung stellt sich wiederum nicht ein. Lamgsam genervt tauschte ich nun zum 7ten Mal den Thermostateinsatz ...nun gegen ein Gebrauchtteil aus einem ausgebauten Motor....und siehe da: Heizung klasse! Betriebstemperatur lt. Anzeige schnell in der Mitte...was war an diesem Thermostateinsatz ANDERS gegenüber den anderen...NEU- und Gebrauchtteilen?

Also den funktionierenden Thermostateinsatz wiederum ausgebaut und begutachtet!

Bei der Sichtkontrolle fiel auf, das der Deckel der 2.ten Stufe ca. 2 mm tiefer angebracht war...Mess-Schieber her und nachgemessen...alle verwendeten Einsätze, Neu oder gebraucht, die bei den Tests NICHT funktioniert hatten, wiesen ein Mass von ca. 29 mm Unterkante Auflage 1.Stufe zu Unterkante Auflage 2.Stufe auf...nur der funktionierende Einsatz hatte ein Mass von 31 mm Unterkante zu Unterkante.

Mein Zubehörhändler, bei dem ich gerade einen neuen Thermostateinsatz geordert hatte und dieser abholbereit war, zeigte sich wie immer hilfsbereit und verwies auf sein Zubehörprogramm per PC, in dem nun auch Teilezeichnungen mit Bemaßung zu finden seien. Laut Mass-Zeichnungen sollten die Einsätze tatsächlich ein Mass von 29,5 mm aufweisen....nur beim Hersteller BEHR wurde ein Mass von 31 mm aufgeführt...und nun ratet mal, von welchem Hersteller der funktionierende Einsatz war!?!...natürlich von der Firma BEHR!

Alle gelisteten Thermoatateinsätze mit der OE-Nummer 1 338 033..also der OPEL Nummer für einen 92 Grad Thermostaten bis auf den BEHR-Einsatz sollten ein 29,5mm Mass haben..und all diese Thermostaten werden wohl NICHT funktionieren! Hier kommt es durch den um ca. 1,5mm vergrößerten Spalt zu einem hydraulischen Kurzschluss im Wassersystem und hierdurch zu unkontrollierten Strömungsverhältnissen im Kühlsystem.

Will heißen: Bitte nur Thermostateinsätze ordern, die ein Mass von 31mm aufweisen.

Denn die untere Abdichtung des Thermostates bewegt sich nach unten und öffnet den Weg zum Kühler oben und unten, die Querverbindung wird geschlossen,wenn hier der Spalt unten nicht geschlossen, kommt die Wasserhydraulik vollkommen durcheinander und es wird zu wenig Wasser durch den Heizungskühler gesaugt, weil die Ansaugung durch den Motorkreis-lauf ja viel leichter ist, als durch den Heizungskühlerkreislauf.

 

                                      

 

Wenn der Heizungskühler zugesetzt ist, gibt es auch einen kleinen Trick, diesen wieder frei-zubekommen. Von „Heizungssystem-Spülungen“ auf chemischer Basis ist abzuraten, da hierdurch der Kühler undicht werden kann und auch die Wasserpumpe in Ihrer Abdichtung geschädigt werden kann. Wenn man den Heizungskühler mit Hilfe von einem Wasserstrahl reingen möchte, dann bitte beachten, das nicht der volle Wasserleitungs-Druck angelegt wird. Für solch hohe Druckbelastungen ist ein Fahrzeugkreislauf nicht ausgelegt…baut sich doch normalerweise kein Druck oberhalb 1,5 bar auf.

Es geht auch sanfter:

Einfach die beiden Anschlüsse des Kühlers im Motorraum vertauschen, die Schläuche vorsichtig abnehmen und rechts/links wechseln. Die Formgebung der Schläuche läßt dieses ohne weiters zu. Nun ca. 2 Wochen das Fahrzeug normal bewegen und dann das Kühlkreis-laufsystem komplett entleeren und den Motorkühler mit Wasser drucklos spülen. System neu befüllen, Frostschutzgehalt  ca. -30 Grad befüllen, Rest Leitungs-Wasser, kein destilliertes Wasser verwenden!..und System entlüften.

 

 

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