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Nerviges Ausrücklager der Kupplung
Was tun, wenn es quitscht und schabt vom Ausrücklager her ? Woran erkenne ich, ob es wirklich das Ausrücklager ist ? Nun, ganz einfach: Wenn es typisches hochfrequentes Pfeifen im Leerlauf des Motors OHNE irgendeine Betätigung des Kupplungspedals zu hören ist und dieses dann bei der Betätigung des Pedals sofort aufhört, dann ist das Ausrücklager mal wieder trocken gelaufen und macht diese typischen Geräusche !
Schuld hierfür ist, neben der miesen Herstellungsqualität, oftmals der Fahrer selbst:
1.Er ist einer der sogenannten Pedal-Muffel, er hat immer den Fuß ein wenig auf dem Kupplungspedal und dadurch läuft das Lager IMMER mit! Hierfür aber ist das Lager in seiner Konstruktion NICHT ausgelegt, es verschleißt bald und hat Spiel, Lagergeräusche sind halt die Folge! Auch geht die wenige Fettfüllung des Kugellagers schnell verloren durch die entstehende Wärmebildung!
2.Aufgrund mangelnder Wartung ist das Pedalspiel der Kupplung NICHT RICHTIG eingestellt, es tritt der gleiche Effekt wie bei unserem Padal-Muffel ein!
3. Die Grundeinstellung des Betätigungshebels ist nicht korrekt! Die Kupplung wird nämlich NICHT am Seilzug ein- nachgestellt! ( Mal ehrlich: WER macht das richtig ? Die Pedalstellung der Kupplung wird durch das Verstellen des Seilzuges zwar korrigiert und auch das Spiel, ABER auch die WEGSTRECKE der Kupplung!
Durch die Eingrenzung des Pedalweges über die Seilzugeinstellung kann das Ausrücklager ebenfalls NICHT mehr vollständig auskuppeln und läuft mit.

Was nun aber tun, wenn´s schon pfeift? Und dieses Pfeifen KANN ECHT NERVIG SEIN !
Abhilfe: Seilzugposition der Einstellmuttern merken. Beide Muttern demontieren, Gummi-Schutz-Balg des Betätigungshebels herausziehen, Hochtemperatur-Sprüh-Fett mit langem Kapilarrohr auf den Gleitbereich des Ausrücklagers sprühen. (Nicht übermäßig !) Mit einen dünnen langen Schraubendreher die Gleitfläche des Lagers ein wenig vom Lager selbst abzuhebeln und in den entstehenden schmalen Spalt ebenfalls Fett sprühen.
Gummi-Schutz-Balg wieder montieren und nun die Grundeinstellung des Bewegungspunktes des Ausrückhebels einstellen. Die Kontermutter SW 19 mm lösen und mindestens 5 Umdrehungen zurückdrehen. Die Mutter und die Einstellschraube ist wirklich sehr schwer erreichbar, hilft aber nichts, müssen wir durch ! Am Besten funktioniert das Ganze mit zwei langen 1/2 Zoll Verlängerungen, entsprechender Knarre und einer LANGEN, 19mm Sechskantnuß und ggf. mit einem 1/2 Zoll Kreuzgelenk. Nun die Einstellschraube ca. 4 Umdrehungen nach innen drehen (reindrehen), dieses geht mit Hilfe eines kurzen Gabel-Maulschlüssels SW 8 mm. Ich weiß, der Antrieb ist eigentlich Vierkant 8 mm, aber WER hat das? und so geht´s auch ! Nun die Kontermutter wieder vorziehen, dabei darauf achten, das die Schraube sich NICHT mit reindreht!

Nun den Seilzug montieren und Einstellmuttern wieder anbringen. Unsere Demontage-Postion sollte jetzt ca. 1,5 cm mehr zum Anfang des Seilzuges und der eingearbeiteten Gewindestange sein. Kupplungspedal-Stellung überprüfen und Pedaleinstellung mit laufendem Motor mit normalen Anfahrvorgang überprüfen.
Der Betätigungsweg der Kupplung ist nun KLEINER als vorher, mit WENIGER WEG haben wir den GLEICHEN BETÄTIGUNGSWINKEL. Da aber unser Weg des Pedals gleich bleibt, hat das Ausrücklager nun einfach MEHR RAUM, ABSTAND zur Kupplung und die nervigen MITLAUFGERÄUSCHE sollten verschwinden.
Die 4 Umdrehungen sind nur eine Empfehlung !
Wenn das Ausrücklager schon vollends zerstört ist und auch noch bei leichter Betätigung KRACH macht, dann hilft nur die teuere Variante: Getriebe raus, Lager neu......Getriebe wieder rein.Mit all seinen Kosten.
Wir sollten aber auf jeden Fall erst mal die Postion des Hebels ausprobieren, in den meisten Fällen ist es damit getan! Auch wer ewig defekte Ausrücklager hat nach nur kurzer Laufleistung, der sollte nicht immer nur Lager wechseln, sondern mal die Grundeinstellung prüfen! Hierfür bitte das entsprechende Thema hier im Bereich TECHNIK - Getriebe/Kupplung aufrufen.
Mal ein Tip für unsere Omega A und Senator B Freunde:
Leider kann man hier NICHT die Grundpostion einstellen, der häufige Verschleiss ist zumeist auf eine ABGENUTZTE KUPPLUNG zurückzuführen. Aufgrund der abnehmenden Höhe der Kupplung stimmen die Einstellmaße für den Betätigungshebel NICHT mehr! Auch die Verwendung einer ZUBEHÖRKUPPLUNG mit nicht identischen Einbaumaßen trägt zum vorzeitigen Verschleiss des Ausrücklagers bei.
Und noch ein GANZ WICHTIGER PUNKT :
Viele Schrauber, aber auch Werkstätten vergessen einen ganz WICHTIGEN Punkt zu FETTEN :

Der Dreh- Aufnahmepunkt des Ausrückhebels. Diese KUGEL ist oftmals vollkommen trocken und die Halteklammer und der Hebel quitscht allein durch die Motorvibrationen vor sich hin !

Also auch hier gilt: Wer gut schmiert, der gut fährt ! Auch dieses Teil können wir bedingt mit einem langem Kappilarrohr nachträglich fetten.
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