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Zündverteiler / Sportverteiler  

Modelle der Baureihen Senator / Monza A1 und A2 haben folgende Ausführungen von Verteilern:  

CIH-Motor Vergaser und L-Jetronic = Verteiler mit Unterdruckdose und Fliegkraftverstellung  

CIH-Motor LE-Jetronic bis ca. 6/84 = Verteiler mit Unterdruckdose und Fliegkraftverstellung  

CIH-Motor LE / LE 2 Jetronic           = Verteiler mit Unterdruckdose und Kennfeldzündung

CIH-Motor Motronic G-Kat              = Verteiler starr nur Kennfeldzündung

Alle Verteilertypen für Kennfeldzündung haben grundsätzlich keine Fliegkraftverstellung.

Bei Motorumbauten ist immer der passende Zündverteiler der jeweiligen Einspritzanlage/Vergaser zuzuordnen.          

Bei Tuningmaßnahmen kommt es oft zu Problemen mit der Zündanlage bzw. dem Leerlaufverhalten des Motors. Aufgrund von veränderten Steuerzeiten / geringerer Spreizung der Nockenwelle ist das Leerlaufverhalten total verändert. Nun drehen die meisten Unwissenden an der sogenannten  “ Leerlaufschraube “ an der Drosselklappe, um das Standgas einzustellen.  Jetzt tritt folgendes Problem auf: Der Motor dreht entweder viel zu tief ( ca. 650 U/min ) oder das Standgas schnellt ohne langsamen Übergang auf   1100 U/min hoch.

Was passiert hier ?   Die sogenannte Standgasschraube regelt nicht das Standgas, sondern die Umluft der Drosselklappe. Natürlich stellt dieses auch das Standgas ein, aber eigentlich werden nur die Unterdruckverhältnisse im Ansaugtrakt verändert.  Aufgrund der veränderten Strömungsverhältnisse an der Drosselklappe bekommt der Zündverteiler zu früh und zu viel Unterdruck, so daß die Unterdruckdose am Zündverteiler die Zündung Richtung “ Früh “ verstellt und sich dadurch die Leerlaufdrehzahl stark erhöht.

Wieso dreht der Motor denn langsamer im Stand mit einer “scharfer“ Nockenwelle als mit einer Originalwelle ? Aufgrund der veränderten Steuerzeiten ist der Drehmomentverlauf ( die Kraft )  der Motors zu höheren Drehzahlen verlagert, im Leerlauf ist einfach weniger Kraft vorhanden, die Reibung im Motor ist aber gleich oder vielleicht sogar ein wenig größer.

Bei Zündanlagen mit digitaler Kennfeldzündung stabilisiert die Elektronik das schlechtere Verhalten einigermaßen, beim Einbau von sehr scharfer Nockenwelle ( ab ca. 296 Grad Hydro ) sollte man aber auch hier den Unterdruck abklemmen, also die Unterdruckdose außer Funktion setzen.  

Bei Zündanlagen L - LE Jetronic oder Vergaseranlagen ist gleich zu verfahren, hier aber kann man dem schlechteren Übergangsverhalten ein wenig entgegensteuern:  

Man modifiziert seinen Verteiler zum “ Sportverteiler “: Die Zündwinkelverstellkurve der Fliegkraftverstellung wird geändert. Normalerweise verstellt der Verteiler exakt 10 Grad bei maximaler Fliegkraftverstellung, ebenfalls 10 Grad die Unterdruckdose am Verteiler.

Achtung: 10 Grad am Verteiler entsprechen 20 Grad an der Kurbelwelle aufgrund halber  Motordrehzahl am Verteiler !!!!!

Da wir die Unterdruckdose ja abgeklemmt haben, interessiert uns die Verstellung des Unterdrucks nicht mehr.  

Die Änderung für unseren Sportverteiler ist folgende: Wir reduzieren den Wert der Fliegkraftverstellung !  

Wie bitte ?   Anstelle der Grundeinstellung von 10 Grad vor OT verändern wir aber auch diese.

Wichtig ist nämlich unser Endverstellungswert bei ca. 3500 U/min von 30 Grad vor OT.  

Der Verstellwert von 10 Grad an der Fliegkraftmechanik wird auf 6 Grad reduziert, daß heißt 12 Grad vor OT an der Kurbelwelle. Nun juistieren wir unsere Zündungsgrundeinstellung mit einer Stroboskoplampe auf ca 18 Grad vor OT und wir kommen wieder auf unsere 30 Grad Endverstellung bei 3500 U/min. Der Motor läuft aufgrund der erhöhten Frühzündung im Stand weitaus stabieler und hat auch weniger thermische Probleme, das Übergangsverhalten / Gasannahme  im Teillastbereich ist spontaner.

Der Wert von 6 Grad am Verteiler ist schon für sehr scharfe Nockenwelle ausgelegt, bei zahmeren Wellen genügen auch 8 Grad Verstellung, hier ist die Charakteristik der betreffenden Nockenwelle genau zu beachten.  

Wie ändern wir unseren Verteiler ? Wer noch nie einen Verteiler auseinandergebaut hat, der sollte nicht so einfach drauflosschrauben, sondern die Hilfe eines versierten Schraubers in Anspruch nehmen.  Es sind einige spezielle Werkzeuge wie Sprengringzange und Winkelanzeiger nötig.  Einen Winkelanzeiger können wir uns leicht selbst herstellen: Wir mißbrauchen ein gutes,altes Geodreieck aus unseren Schulzeiten bekannt. Dieses durchsichtige Plastikteil versehen wir an  dem Nullpunkt von Meßskala / Winkelskala mit einer Halbrundbohrung, die im Durchmesser  der Stärke der Verteilerache entspricht.

 

                                                       

Jetzt wenden wir uns der Demontage des Verteilerinnenlebens zu. Dieses kann bei einem eingebauten Verteiler geschehen, besser handhaben läßt sich natürlich ein ausgebauter.  

Zuerst einmal Verteilerkappe und Verteilerfinger demontieren, unterhalb des Verteilerfingers sehen wir nun einen Sprengring, der unseren Verteilerläufer ( Impulsgeberblech ) hält. Dieses Sprengring entnehmen wir und legen Ihn sortiert auf eine geeignete Ablage.  

Bitte keine Kleinteile verbaseln !  

Nun benötigen wir zwei mittelstarke Schlitzschraubendreher, mit denen wir seitlich das Impulsgeberblech vorsichtig aushebeln. In der Verteilerachse ist eine Nut eingearbeitet, in der ein sehr kleiner Zentrierbolzen zwischen Impulsgeberblech und Achse sitzt. Diesen kleinen Bolzen beachten und nicht wegfallen lassen.

 

                          

 

Nun schrauben wir die seitlichen kleinen M 4 Schrauben rings um das Verteilergehäuse heraus,  2 sind in den Halteklammern für die Verteilerkappe integriert, zwei halten die Unterdruckdose, die  anderen befestigen die Grundplatte im Verteilergehäuse. Nun haben wir unterhalb unseres bereits demontierten Impulsgeberblechs einen weiteren baugleichen Sprengring, den wir ebenfalls ausbauen.

Hiernach können wir die bewegliche Grundplatte im Verteiler drehen, Längsprägungen im Gehäusematerial führen die Grundplatte. Wenn wir die Grundplatte ca. 30 Grad verdrehen, ist sie locker geworden und wir können nun die Achse der Unterdruckdose aushebeln und zur Seite hinausziehen. Das Verriegelungsblech des elektrischen Hall-Gebersanschluß abziehen und so die Anschlußleitungen freigängig machen.

 

                        

Jetzt entnehmen wir die gesamte Grundplatte aus dem Verteilergehäuse und legen sie auf unserer Ablage vorsichtig zur Seite. Wir können nun die Verstellplattform der Fliegktaftverstellung  auf der Unterseite des Verteilers sehen.

Zwei Federn halten zwei kleine Gewichte fest, diese bewegen sich bei steigender Drehzahl des Verteilers schwerkraftbedingt nach außen. Die Federkraft wirkt diesem Trend entgegen und bestimmt so also den Drehzahlpunkt, bis die Gewichte den mechanischen Außenanschlag erreicht haben.  

Und eben diesen mechanischen Außenanschlag gilt es einzustellen !   

                          
Die Anschläge bestehen aus zwei Blechnasen, die abgewinkelt nach oben zeigen. Die Verteilerachse muß sich um exakt 10 Grad drehen, bis die Gewichte die Anschläge außen erreicht haben.  

Wir verbiegen nun die Blechnasen zur Verteilermitte hin und verkürzen so den Weg der Gewichte und damit auch den Verstellweg der Verteilerachse.  

Wichtig: Wer den neu eingestellten Wert des Winkels überprüfen will, der darf nicht an der Verteilerachse drehen, sondern nur die Gewichte nach außen drücken. Der Verteilerverstellwert ist nur in dieser Art zu kontrollieren, bewegen wir die Verteilerachse direkt und nicht die Gewichte, so zeigt sich immer der Wert von 10 Grad. Aber nur der Verstellwert der Gewichte ist  ausschlaggebend !!!   Für die Kontrolle des Wertes benutzen wir jetzt unser präpariertes Geo-Dreieck. Der Wert der Verstellung läßt sich leicht an der Kerbe für den 1.Zylinder an dem Verteilergehäuse ablesen / kontrollieren.

Beide Anschläge sorgfältig so lange juistieren, bis beide Gewichte ein Verstellwinkel von 6 Grad  ( oder auch andern gewählten Wert ) erreichen. Nun können wir unseren Verteiler wieder zusammenbauen.

Entweder man markiert auf der Riemenscheibe der Kurbelwelle eine 30 Grad Einstellung, oder eine Zündwinkel-Stroboskoplampe mit Verstellmöglichkeit steht zur Verfügung, um den Endverstellwert von 30 Grad vor OT bei 3500 U/min einzustellen. Sollten wir uns einen Sportverteiler mit  6 Grad-Verstellung gebaut haben, so wäre die normale Grundeinstellung im Leerlauf nun 18 Grad vor OT.

Den Verteiler sollte man speziell kennzeichnen, z.B. mit einer Gravur, damit man die Änderung nicht vergißt oder bei Motorenumbau nicht andere Schwierigkeiten bekommt.

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